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Sind Faultiere wirklich faul?

Jeder liebt Faultiere. Es gibt kaum Menschen, die Faultiere nicht lieben – zumindest kenne ich keinen. Wussten Sie, dass ein 40 Jahre altes Faultier 34 Jahr seines Lebens nur geschlafen hat?
Oder mal in Stunden ausgedrückt: bis zu 20 Stunden täglich! Würden wir Menschen nur 40 Jahre alt werden hätten wir 13 Jahre unseres Lebens geschlafen.
Abhängen und schlafen – ein ganzes Leben lang und zwar so perfekt und auf die Spitze
getrieben, dass sich Arme und Beine, ja sogar der Fellscheitel dem Dauerklettern im Hängen angepasst haben. Kein Wunder dass diese Tiere so super relaxt sind.

In Costa Rica ist das Faultier eine Ikone. Es ist das offizielle Nationalsymbol des Landes und wie auch ohnehin das gesamte Land Costa Rica, samt seiner liebenswerten und friedlichen Einwohner, ein absoluter Sympathieträger.
Was macht es so besonders? Was ist so faszinierend am faulen Tier? Lesen Sie weiter und erfahren Sie Spannendes – versprochen.

Faultier

Das Faultier in costa rica - schon gewusst?

Der etwas lethargische Baumbewohner ist ein hochspezialisierter Pflanzenverwerter und die langsame Bewegung ist eine hochentwickelte Überlebensstrategie. Faultiere sind echt smart. Die Struktur des Faultieres ist uralt. Sie besitzen zusätzliche Gelenke im unteren Bereich der Wirbelsäule und nur wenige Zähne mit einem Scherenbiss.


In Costa Rica gibt es zwei verschiedene Arten der Faultiere, das Zwei-Finger-Faultier und das Dreifingerfaultier. Zehen haben die Faultiere immer drei. Die Krallen sind circa 10 cm lang und 5 Kilo bringt unser ausgewachsener Freund durchschnittlich auf die Waage.
 
Das Faultier besitzt an den gleichlangen Armen und Beinen bemerkenswerte Sichelkrallen, die auch als Hangelwerkzeuge und Steigeisen dienen. Das Faultier hängt so dermaßen fest und sicher, dass sie sogar auf einen Roll-Wickel- oder Greifschwanz verzichten können, wie ihn viele Kleinbären oder Primaten haben.


Wie ist das möglich? Der Körperbau hat es in sich: der Brustkorb wurde in einen Tragekorb gewandelt und das mit verstärkten Rippen. Die inneren Organe wurden um sage und schreibe 135 Grad umgelagert.

Warum? Damit sie nicht von den Eingeweiden gequetscht werden.

Faultier

Was mich ganz besonders fasziniert: um Erlahmungen durch das ständige „Abhängen“ entgegen zu wirken bestehen Arme und Beine aus einem Wundernetz aus Adern. Das ist so beeindruckend, hier wird alles verkehrt herum erledigt.
Meine Freunde schlafen hängend und so super gut getarnt, dabei sehr stark zusammengezogen, dass sogar ein Igel neidisch wird. Sie sehen aus wie eine vollkommen unscheinbare Kugel, die hoch oben in den dürren Ästen hängt. Fast unsichtbar und super geschützt gegen starken Regen, Gewitter oder Schauer in den tropischen Urwäldern. 


Ein Jaguar kann mit seiner Pranke das Fell fast nicht durchschlagen. Warum? Das zottige und strohige Fell des Faultieres ist so dick und steif und schützt so optimal, auch vor dem Regen – der prallt mehr oder weniger wirkungslos ab.
Das Fell hält außerdem warm und schützt; sogar bei einem versehentlichen Sturz vom Baum besteht kaum Verletzungsgefahr. Das Fell ist wie ein zottiger Panzer und wenn doch mal eine Verletzung auftritt, tut es dem Faultier kaum weh und es heilt schnell aus.

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Gabi Goerdel-Klages

Gabi Goerdel-Klages

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